HPs Vision: Additive Fertigung ist die Zukunft der industriellen Produktion

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Lisa Ernst · 21.03.2026 · Technologie · 8 Min.

Die Fertigungslandschaft durchläuft eine tiefgreifende Transformation. Die Nachfrage nach agilen und lokalisierten Produktionsmodellen markiert eine deutliche Abkehr von traditionellen industriellen Paradigmen. Additive Fertigung, einst eine Nischentechnologie, steht nun an der Spitze dieses Wandels und ist bereit, neu zu definieren, wie Waren entworfen, produziert und geliefert werden.

Kurze Zusammenfassung

Wegbereiter für die Zukunft der Produktion

HP Additive Manufacturing Solutions (HP AM) treibt die Einführung der additiven Fertigung (AM) in verschiedenen Branchen aktiv voran. Das Ziel des Unternehmens ist es, industrielle Komplexität zu vereinfachen und Kreativität zu entfesseln, indem Ingenieure, Designer und Entwickler mit den Werkzeugen ausgestattet werden, um weltweit effektiver zu innovieren und zu produzieren. Diese strategische Vision ist auf der HP 3D-Drucklösungen-Seite.

Im vergangenen Jahrzehnt hat HP AM die Kosten pro Teil in seinem industriellen Multi Jet Fusion (MJF) Portfolio stetig gesenkt. Diese kontinuierliche Verbesserung ist zentral für HPs Strategie, additive Fertigung kostengünstiger, skalierbarer und zugänglicher zu machen, insbesondere durch neue Materialinnovationen. HP AM strebt an, die Kosten pro Teil um bis zu 20 % durch eine Kombination aus neuen Innovationen und Initiativen für die digitale Fertigung zu senken. Dieser Fokus auf Produktivität und Effizienz steht im Einklang mit HPs breiterem Engagement zur Transformation der Zukunft der Arbeit.

Materialinnovationen und Netzerweiterung

Erhebliche Fortschritte, einschließlich der Entwicklung neuer Materialien und optimierter Druckrezepte, steigern die Produktivität von HP weiter. Beispielsweise ist HP 3D HR PA 11 Gen2, ein nachhaltiges Hochleistungspolymer für die MJF-Plattform, nun weit verbreitet. Dieses Material zeichnet sich durch eine Pulverwiederverwendbarkeit von bis zu 80 % und bis zu 40 % geringere variable Teilekosten aus. Darüber hinaus erzielt HP 3D HR PA 11 Gen2 den niedrigsten CO2-Fußabdruck aller MJF-Materialien und reduziert die Gesamtbetriebskosten (TCO) für die Massenproduktion.

Evonik-Logo. 1|Dieses Bild zeigt deutlich das Evonik-Logo auf einem sauberen, hellgrauen Hintergrund…

Quelle: alamy.com

Neue Materialien wie das halogenfreie, flammhemmende 3D-Druckmaterial, entwickelt in Zusammenarbeit mit Evonik, markieren signifikante Fortschritte.

In einer weiteren wichtigen Entwicklung hat HP die allgemeine Verfügbarkeit eines halogenfreien, flammhemmenden 3D-Druckmaterials, HP 3D High Reusability (HR) PA 12 FR, angekündigt, das in Zusammenarbeit mit Evonik entwickelt wurde. Dieses Material bietet eine Wiederverwendbarkeit von 60 %, erfüllt den UL94 V0-Standard bei einer Dicke von 2,5 mm und führt zu einer Reduzierung der TCO um 20 % und einer Senkung der CO2-Emissionen um 10 %. HP 3D HR PA 12 FR ist über Endeavor3D erhältlich.

Das neue HP Additive Manufacturing Network (AMN) Programm wurde entwickelt, um das Wachstum und das Geschäftspotenzial für Teileanbieter weltweit zu beschleunigen. Darüber hinaus stärkt HP AM sein Metal Jet-Ökosystem durch neue Materialqualifizierungen und industrielle Kooperationen. Continuum Powders und INDO-MIM Inc. haben OptiPowder Ni718 für die Verwendung auf dem HP Metal Jet S100 qualifiziert, der gesinterte Bauteile mit über 98 % Dichte, gleichmäßiger Härte (74-79 HR15N) und präziser Kohlenstoffkontrolle erzielt. OptiPowder Ni718 eignet sich für Anwendungen in Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Energie.

Erweiterung des industriellen Additive-Manufacturing-Portfolios

HP AM erweitert strategisch sein Portfolio für industrielle Fertigung, um neue Anwendungen in neuen Marktsegmenten zu erschließen. Diese Erweiterung bringt die renommierte Zuverlässigkeit und Anwendungsexpertise von HP in den Markt für Hochleistungsfilamente ein. Kunden aus verschiedenen Branchen wie Luft- und Raumfahrt, Öl und Gas, Medizin, Automobil, Bahn und Bildung können sich auf die Produktion von hochwertigen, serienreifen Anwendungen verlassen.

Das neue Portfolio erweitert die Fähigkeit von HP, vielfältige industrielle Anforderungen zu erfüllen, von technischen und Hochtemperatur-Materialien bis hin zu Präzisionskomponenten und großformatigen Produktionsstücken. HP Industrial Filament 3D-Druckerlösungen ermöglichen es Herstellern, ihre Kosten pro Teil zu senken und die Markteinführungszeit zu verkürzen. Diese Lösungen arbeiten auf einer offenen Materialplattform und erhalten Unterstützung durch das globale Servicenetzwerk von HP.

Der erste Drucker dieser Serie, der HP Industrial Filament 3D Printer 600 High Temperature (HP IF 600HT), ein modulares System für den Druck von Hochtemperatur- und technischen Filamenten, soll in der ersten Jahreshälfte 2026 verfügbar sein. Ein zweites System, der HP Industrial Filament 3D Printer (HP IF 1000 XL), der auf die Produktion von großen Qualitätsbauteilen abzielt, wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 auf den Markt kommen.

Transformation von Lieferketten und Fertigung

HP AM und die Würth Additive Group haben eine Partnerschaft geschlossen, um die skalierbare, qualitätsgesicherte Fertigung von HP mit den Digital Inventory Services (DIS) und dem globalen Logistiknetzwerk von Würth zu integrieren. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es Herstellern, weltweit von physischen Lagerbeständen auf ein On-Demand-Ersatzteilmanagement umzusteigen, eine Strategie, die die Bedeutung lokalisierter Produktionsstrukturen unterstreicht.

Die Automobilindustrie spürt ebenfalls erhebliche Auswirkungen. Blazin Rodz und HP Additive Manufacturing Solutions revolutionieren die Automobilfertigung, indem sie über 75 im HP MJF-Verfahren gedruckte Teile in ein einziges Fahrzeug integrieren. Die MJF-Technologie ermöglicht eine schnellere, intelligentere und stärker personalisierte Produktion im Automobilsektor. Das von Blazin Rodz und HP entwickelte Fahrzeug erhielt auf der SEMA 2024 sogar den Preis für das „Beste Ingenieurfahrzeug des Jahres“. Beispielsweise hat Eaton erfolgreich ein Circuit Protector Lock-On Device unter Verwendung der HP MultiJet Fusion-Technologie und des Nylon PA12-Materials eingeführt und 300 Einheiten in weniger als zwei Wochen produziert, wobei hohe Kosten im Vergleich zur traditionellen Fertigung vermieden wurden.

KI-gestützte Lösungen entstehen ebenfalls, wobei HP eine KI-gestützte Text-zu-3D-Lösung anbietet, die Text-Prompts in detaillierte, 3D-druckbare Dateien umwandelt. Im Gesundheitswesen hat VA Puget Sound in Zusammenarbeit mit HP Inc., Red Duke Strategies und Radii Devices die Prothesenversorgung für Veteranen durch 3D-Druck revolutioniert.

Ein Zentrum für Innovation: Das Zentrum für Exzellenz in Barcelona

HP Additive Manufacturing Solutions hat ein neues 3D-Druck- und Digital-Manufacturing-Center of Excellence in Barcelona, Spanien, eröffnet. Dieses beeindruckende 14.000 Quadratmeter große Zentrum beherbergt rund hundert Anlagen für die additive Fertigung. Das Zentrum in Barcelona unterstützt sowohl HPs etabliertes Polymer-AM-Multi-Jet-Fusion-Geschäft als auch die Entwicklung seiner neuen Metal-Jet-Technologie.

Gebäudeansicht des HP Barcelona Center of Excellence. 1|Dieses Bild zeigt eine moderne, niedrig…

Quelle: metal-am.com

Das HP Barcelona Center of Excellence, eine 14.000 Quadratmeter große Einrichtung, zeigt HPs Engagement für nachhaltige, fortschrittliche Fertigungslösungen.

Darüber hinaus erzeugt das Zentrum über 110 kW Photovoltaikleistung und nutzt Regenwassernutzungssysteme, was HPs langfristiges Ziel unterstützt, 100 % erneuerbare Energie in seinen weltweiten Betrieben zu nutzen, mit einem Ziel von 60 % bis 2025.

HP Metal Jet-Systeme arbeiten mit „Standard“-Metallpulvern, die für das Metallpulverspritzen (MIM) verwendet werden und kostengünstiger sind als bestehende Metall-AM-Pulver. Das Metal Jet-System selbst wird für weniger als 400.000 US-Dollar erhältlich sein. Zu den anfänglichen Materialien für das Metal Jet-System gehören 17-4PH und 316L Edelstähle. HP arbeitet mit GKN Powder Metallurgy, Siemens, BASF und Volkswagen zusammen, um die Entwicklung und Anwendung von AM-Technologien voranzutreiben. GKN Powder Metallurgy liefert bereits industrielle AM-Teile mit dem HP Metal Jet. Volkswagen erkennt das erhebliche Potenzial digitaler Fertigungstechnologien zur Beschleunigung von Innovationszyklen und zur Verbesserung der Fertigungseffizienz.

Volkswagen-Logo. 8|Dieses Bild zeigt ein Volkswagen-Emblem, das auf einem Autokühlergrill montiert ist, und gibt…

Quelle: listcarbrands.com

Volkswagen, ein wichtiger Partner, erkennt das erhebliche Potenzial der digitalen Fertigung zur Beschleunigung von Innovationen und zur Steigerung der Effizienz.

HP und Siemens erweitern ihre strategische Allianz, um Kunden bei der Transformation ihrer Unternehmen durch industrielle additive Fertigung zu unterstützen. Die erweiterte Lösung integriert die 3D-Drucklösungen der HP Jet Fusion 5200 Serie mit den Digital Enterprise-Angeboten von Siemens. Diese Zusammenarbeit umfasst Produktlebenszyklusmanagement (PLM), Optimierung von AM-Fabriken, industrielle 3D-Druck- und Datenintelligenz, Fertigungsausführung und Leistungsanalyse. Die Integration von Hardware, Software, Datenintelligenz und Dienstleistungen optimiert den gesamten Fertigungsprozess.

Bestandteile dieser Lösung sind Siemens NX CAD/CAE, das Softwaremodul NX AM für HP Multi Jet Fusion, Teamcenter für PLM, Tecnomatix Plant Simulation, Simatic IT für die Fertigungsausführung und MindSphere für Leistungsanalyse und Industrial IoT. Diese Kooperation verbindet sich auch mit dem neuen Siemens Polymer Competency Center.

Schlussfolgerung

HPs Strategie für industrielle 3D-Drucklösungen, die auf Veranstaltungen wie Formnext 2025, vorgestellt wurde, unterstreicht ein tiefes Engagement für die Beschleunigung der industriellen Einführung der additiven Fertigung.

HPs Lieferung von End-to-End-Lösungen für agile, On-Demand-Produktion in großem Maßstab
Alex Moñino
Alex Moñino
Vice President und General Manager, HP Additive Manufacturing Solutions
Porträt von Alex Moñino. 3|Dieses Bild zeigt ein sauberes, professionelles kreisförmiges Kopfbild eines Mannes…

Quelle: namic.sg

Alex Moñino, Vice President und General Manager, betont HPs Engagement für agile, On-Demand-Produktion durch End-to-End-Lösungen für die additive Fertigung.

HPs Multi Jet Fusion-Technologie priorisiert Geschwindigkeit, Qualität und Konsistenz. Die Stärke des Unternehmens liegt in der nahtlosen Integration mit Designwerkzeugen, einem globalen Support-Ökosystem und seiner Fähigkeit, Kunden über den reinen Druck von Teilen hinaus zu unterstützen. Durch fortschrittliche Materialwissenschaft, digitale Workflows und produktionsfertige Wiederholbarkeit definiert HP AM weiterhin, was in der Fertigung möglich ist, und betrachtet Agilität als ein grundlegendes „Wettbewerbsmandat“.

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Quellen